Eisstraßen und E4 southbound

Wir waren schon früh wach - und ein wenig aufgeregt.

Kaffee

Der Grund, warum es uns ausgerechnet nach Luleå verschlagen hatte: Wir wollten auf den Eispisten über die zugefrorene Ostsee fahren.

Eispisten

Zwei Abschnitte wollten wir fahren, die auf der Karte oben in Blau eingezeichnet sind.

Stellplatz

Was wir bei der Stellplatzwahl gar nicht bedacht hatten, aber eine für uns günstige Fügung war: Wir hatten nur ein paar Hundert Meter Wegstrecke bis zur ersten Eisstraße.

Übergang von Land zu Wasser/Eis

Die erste Piste ist nur etwa 700 Meter lang. Wenn man das noch nie gemacht hat, kostet es ein wenig Überwindung, ein 2,6 Tonnen schweres Fahrzeug auf eine Eisfläche, unter der sich die Ostsee befindet, zu bewegen. Ich war jedenfalls sehr aufgeregt.

Regeln

Auf dem ersten Stück sind tiefe Löcher im Eis und es steht viel Wasser darauf. Pfützen und Spurrillen durch die wir rutschten. Es wirkt nicht wirklich vertrauenserweckend.

Aber “OH MEIN GOTT, wir fahren auf dem Meer!” Puh! Als Bert wieder mehr oder weniger festen Boden unter den Rädern hatte, suchten wir erst einmal eine Parkbucht und ich verschwand im Camper. Die drei Tassen Kaffee wollten raus. Es wirkte recht winterlich auf der Insel.

Totel eingeschneit

Es dauerte eine Weile, bis wir die Insel überquert hatten, dann kam die zweite Eispiste, die knapp acht Kilometer lang war.

Mittlerweile konnte ich auch ein paar Photos machen, die Aufregung hatte sich etwas gelegt. Aber ein leicht mulmiges Gefühl blieb.

Auf der Insel gab es gar keine richtigen Straßen, nur matschige und verschneite Waldwege. Aber das war für uns ja kein Problem. Wir fuhren bis wir eine Stelle fanden, an der wir wenden konnte. Dann machten wir uns auf den Rückweg.

Schild: Auto fällt ins Wasser

Auf der Rückfahrt war ich dann ziemlich entspannt und konnte die Fahrt auch genießen.

Fahrzeug mit Sauna

Einer kam uns entgegen mit seinem Sauna-Hänger.

Ansonsten war die Aussicht natürlich grandios. Über das Eis konnte man weit gucken und rundherum waren mehrere große und kleine Schären.

Übergang Land - Eis

Der Übergang von Land zu Eis war etwas holprig. Ein geländegängiges Fahrzeug und viel Bodenfreiheit waren zwar keine Pflicht aber doch sehr hilfreich.

Waldweg

Bei Gegenverkehr wird’s es eng.

Pfütze

Etwas zu spät abgedrückt, aber wenn man genau hinsieht, sieht man die große Pfütze direkt vor uns.

Eisstraße

Mein Vertrauen in diese 700-Meter-Piste war wirklich nicht sehr groß, das Eis sah an der Oberfläche nicht sonderlich fest aus und war es auch nicht. Ich war nicht sicher, ob ich wissen wollte, wie dick die Eisschicht war.

Spurrillen

Die eingangs erwähnten tiefen Spurrillen.

Waldweg

Wir hatten wieder mehr oder weniger festen Boden unter den Rädern.

Wir suchten einen Parkplatz. Bisher hatten wir gestreamt und stoppten diesen Stream nun. Dann verzogen wir uns in den Camper und nahmen ein zweites Frühstück zu uns.

Richtung E4

Nun hieß es langsam Abschied nehmen vom Winter, wir machten uns auf den Weg in den Süden. Nach einem Blick auf Twitter wäre ich ja lieber in den Norden gefahren, für die Finnmark war nämlich Winter angekündigt.

Winter im Norden

Aber der Herr Lebensabschnittsgefährte bestand darauf, den kommenden Montag wieder als Lohnsklave an seinem Schreibtisch zu sitzen. Zu ärgerlich.

E4

Die letzte Chance war vertan, als wir auf die E4 einbogen. Nun hieß es, den langen Weg bis Trelleborg hinter uns zu bringen. Gegen 15 Uhr machten wir noch einmal eine Rast für ein Mittagessen und zum Tanken. Ansonsten fuhren wir nur und hielten lediglich kurz, um die Plätze zu tauschen.

Weg von der E4

Am späten Nachmittag hatten wir keine Lust mehr zu fahren, dafür noch einmal Lust auf die zugefrorene Ostsee. Daher beschlossen wir schon eineinhalb Stunden später, uns einen Platz für die Nacht zu suchen.

Südlich von Umeå wurden wir fündig. Unser Stellplatz war auch diesmal wieder ein Parkplatz, der im Sommer von Badegästen genutzt wird. Im Winter stört man auf diesen Plätzen meist niemanden, da eh keiner da ist.

Stellplatz

Wir gingen noch einmal kurz raus, ans Wasser bzw. ans Eis spazieren.

Dort am gefrorenen Meer zu stehen, ist schon etwas Besonderes. Auch ist die Stimmung eine ganz andere als im Sommer. Weiter draußen, an der Kante zum Wasser, tummelten sich auch einige Wasservögel. Betreten haben wir die Eisfläche aber nicht.

Abends gingen wir früh ins Bett. Der Platz war top, es war totenstill.

Der Herr Lebensabschnittsgefährte ist viel gefahren und hat wenig geknipst, seine Galerie ist daher recht überschaubar.

334 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren.

334 km

Auf der Karte sieht das so aus:

Leider stimmt der Track nicht ganz, da der GPS-Editor nicht mit der Tatsache zurechtkam, dass wir übers Meer gefahren sind.