Fährüberfahrt, Frankreich, Schweiz
Nun heißt es endgültig Abschnied nehmen von Korsika. Mit der Fähre geht es zurück nach Toulon. Von dort fahren wir durch Frankreich und die Schweiz bis nach Lorsch in Hessen.
Auf der Fähre
Freitag, 2. Januar 2026
Um 18 Uhr fahren wir zur Fähre. Das Schiff heißt diesmal übrigens “Mega Express Three”. Besonders kreativ sind sie bei der Namensgebung ihrer Schiffe leider nicht.
- Fahrt auf die Fähre
In der Kabine bin ich begeistert. Wir haben ein Fenster nach vorne raus! Das hatten wir bisher noch nicht. Die übrige Einrichtung ist übersichtlich wie schon bei der Hinfahrt, aber für eine Nacht reicht es völlig.
- Blick nach vorne
- Baguettehalter
Mein alter Rucksack hat ein tolles Feature: einen Baguette-Halter. Die Standard-Baguette-Größe, die wir hier die ganze Zeit gekauft haben, passt perfekt da rein.
An der Stelle sei erwähnt, dass ich mich ja zu Beginn der Reise so sehr auf Croissants gefreut habe. Diese Freude scheinen die Korsen nicht mit mir zu teilen. Oft habe ich dort keine Croissants zu kaufen gesehen. Aber wir haben in Baguettes einen angemessenen und schmackhaften Ersatz gefunden.
Sehr vorteilhaft gegenüber den Fähren bei uns im Norden: Man kann ziemlich früh aufs Schiff fahren und die Kabinen sind schon fertig. Das ist deutlich entspannter und angenehmer. Wir haben schon so manche Lebenszeit damit verbracht, teilweise bis weit nach dem Ablegen darauf zu warten, in die Kabine zu dürfen.
Wir gehen duschen und essen unser Abendbrot. Die Fähre legt pünktlich ab.
- Lotsenboot
- Mitarbeiter an Deck
- Auf See
Ich könnte die ganze Nacht im Dunkeln am Fenster stehen und nach vorne aufs Meer starren, vor allem in einer Vollmondnacht wie dieser. Aber auch ohne Vollmond: Das wird nie langweilig!
Der nächste Morgen
Samstag, 3. Januar 2026
Ich habe viel zu wenig geschlafen. Wir müssen außerdem schon ziemlich früh aufstehen, um sechs Uhr sollen wir die Kabine verlassen.
- Blick vorne raus
Nachdem ich unseren Kram zusammengepackt und mich halbwegs tageslichttauglich gemacht habe, gehe ich ein letztes Mal zur Toilette und will dann eigentlich die Kabine verlassen. Aber die Klospülung ist kaputt.
Fähren haben (wie Flugzeuge und Züge auch) Unterdrucktoiletten, alles wird mit Unterdruck abgesaugt. Und irgendetwas ist daran gerade kaputt gegangen. Es saugt und saugt und saugt und macht dabei einen Höllenlärm. Leider finden wir niemanden vom Personal, den man informieren könnte. Daher wird die Toilette wohl noch weiter saugen müssen, bis das Reinigungsteam kommt.
- Auf dem Autodeck
Das Warten, bis wir aufs Autodeck dürfen, ist wieder sehr nervig. Hinzu kommt, dass wir die Durchsagen nicht verstehen, weil das Englisch so schlecht ist. Wir hätten wohl schon viel früher aufs Autodeck gehen können, hätten dann allerdings an all den vielen wartenden Menschen vorbeigemusst, was uns eh nicht so recht gewesen wäre. Aus dem Bordlautsprecher läuft wieder die Ouvertüre von Gioacchino Rossinis “La gazza ladra” (Die diebische Elster). Laut Wikipedia läuft diese Ouvertüre auf Schiffen von Corsica Ferries immer beim Ein- und Auslaufen in Häfen. Coole Sache! Und Rossini hat sowieso die schönsten Ouvertüren überhaupt geschrieben.
- Ein letzter Blick aufs Schiff
- Toulon
Toulon ist ebenfalls ziemlich chaotisch. Wir sind froh, als wir endlich aus der Stadt raus sind. Am ersten Rastplatz halten wir an und machen uns erstmal ein ordentliches Frühstück.
- Aire de Sanary-Nord
- Ein letzter Blick aufs Mittelmeer
Zwischen Raststätte und Autobahn befindet sich eine kleine Aussichtsplattform, von der aus ich ein letztes Photo vom Mittelmeer mache. Dann heißt es endgültig Abschied nehmen.
Durch Frankreich
Wir nehmen die Autobahn Richtung Norden. Wir werden durch die Schweiz zurück nach Deutschland fahren.
- Autobahn
- Viadukt
- Aire de Meyrargues
Nach ungefähr einer Stunde brauche ich eine kurze Pause. Es ist lausig kalt draußen, Bert zeigt -2 °C an. Weit kommen wir danach auch nicht, wir müssen tanken. Dafür verlassen wir die Autobahn.
- Reifen
An der Tankstelle ein kleiner Schock: Der Fahrer von dem Auto vor uns kommt auf unser Auto zu und deutet auf vorne links unten. Licht? Nein, der Reifen! Der ist an der Innenseite total abgefahren. Der Werkstattmeister hatte uns vor einigen Monaten schon darauf hingewiesen, dass der Wagen etwas aus der Spur ist und wir das gelegentlich einstellen lassen müssen, dann aber auch neue Reifen benötigen. Das hatten wir völlig verdrängt bis gerade eben. Jetzt ist das Problem wohl relativ akut.
- Landstraße
- Bushaltestelle
- Schnee am Straßenrand
- Berge
- Berg
- Aussicht
Kurz nach dem Tankstopp müssen wir runter von der Autobahn und bis Grenoble über Land fahren. Die Gegend ist ganz hübsch und eine Bushaltestelle für meine Galerie knipse ich auch.
In Grenoble sollte es eigentlich wieder auf die Autobahn gehen, aber ein paar Bauern mit ihren Treckern sperren die Zufahrt und wir müssen weiter Landstraße fahren.
Mittlerweile bin ich extrem müde, ich habe ja nicht viel geschlafen, und ziemlich genervt von dem Blödsinn. Aber weit müssen wir nicht über Land, wir können bald auf die Autobahn.
Der Automat für die Maut streikt kurz und der Herr Lebensabschnittsgefährte muss über Lautsprecher mit einer Frau sprechen, dann geht es. Das war die letzte Mautschranke für heute. 43,50 Euro haben wir heute für die Autobahn-Maut in Frankreich bezahlt.
- Autobahn
- Fehlermeldungen OBD
Als wir wieder auf der Autobahn sind, gibt es einen Leistungsverlust und zwei Fehlermeldungen. Aber es ist nicht so schlimm wie auf der Hinfahrt, als wir ja noch dachten, aus dem Urlaub würde wieder nichts. Nach einem kurzen Stopp hat Bert sich wieder gefangen und läuft normal.
Der Stellplatz, den wir für diese Nacht ausgesucht haben, ist noch in Frankreich in La Balme de Sillingy, nicht weit von der Autobahn entfernt. Ein einfacher Stellplatz aber sauber und ruhig. Genau richtig für eine Nacht auf der Durchreise. Bezahlung erfolgt am Automaten.
Der Herr Lebensabschnittsgefährte geht im nahegelegenen Supermarkt ein Baguette kaufen, knipst das phantastische Schokoladenregal, aus dem er eine Tafel kauft. Und Chips bringt er ebenfalls mit.
- Schokoladenregal
Abends bucht der Mann noch die Autobahnvignette für die Schweiz.
Ich bin todmüde, wir gehen früh zu Bett.
Heute sind wir rund 460 Kilometer gefahren. Da wir gestern vergessen haben, den Tacho zu knipsen und zu resetten, zeigt der zusätzlich noch die rund 100 km von gestern an.
- 561 km
Durch die Schweiz
Sonntag, 04.01.2026
Um halb Vier in der Nacht haben wir die Heizung eingeschaltet, weil es doch etwas frisch war.
- Eis an der Scheibe
- Thermometer -6,1 °C
Heute Morgen sind die Scheiben von innen gefroren. Die Wassertropfen auf dem Photo sind gefroren, das Thermometer zeigt außen -6,1 °C, innen kuschelige 9,3 °C an. Die Heizung läuft, an den Füßen und im Mittelgang ist es bereits angenehm warm.
- Eis kratzen
Gegenüber vom Stellplatz ist eine Versorgungsstation für Wohnmobile. Entsorgen ist zwar möglich, aber das Frischwasser abgestellt, weswegen wir noch einmal in den Supermarkt müssen. Wir kaufen einen 8-Liter-Kanister und - wenn wir schon da sind - noch eine Tafel Schokolade.
- Autobahn
Für das letzte Stück Autobahn in Frankreich müssen wir noch einmal 5,30 Euro Maut bezahlen. Nach 15 Minuten sind wir an der Schweizer Grenze
- Grenze
- Grenze
Wir wechseln uns beim Fahren regelmäßig ab. Das Wetter ist super, die Straßenverhältnisse sind perfekt.
- Parkplatz
- Autobahn
- Neuenburger See
- Graue Berge
- Grauholz
- Graureiher
Grenzkontrolle an der Deutschen Grenze. So ganz neu sind die aber auch nicht, wir wurden bisher im Schengenraum schon an so ziemlich jeder Grenze mal kontrolliert. Heute aber nicht, heute werden wir durchgewunken.
- Deutsche Grenze
- Deutschland
Wir fahren durch bis Lorsch. Der Stellplatz da ist angenehm und ruhig und es gibt Strom. Der Herr Lebensabschnittsgefährte muss morgen wieder arbeiten. Da passt das recht gut für uns.
Unterwegs knipse ich noch zwei weitere Schilder für meine Galerie Autobahnrastplätze
- Galgenloch
- Berge
- Schutter
- Berge
- Es wird dunkel
Gegen 18:30 Uhr kommen wir auf dem Stellplatz an. Für heute reicht’s. Es gibt noch Abendbrot, dann Serie gucken und Podcast hören.
567 Kilometer sind wir an diesem Tag gefahren.
- 567 km
Karte
Auf der Karte sieht das so aus:
Video
Ab morgen gibt’s hier auch noch ein Video zu dem Beitrag.
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