Tag 1 • Darmstadt - Husum
Wie schon seit Tagen wurden wir heute Morgen um fünf Uhr wach. Die halbe Nacht hatte es geregnet, draußen war ziemlich trübe Suppe, die Luft in der Wohnung dampfig und die Katze hungrig. Ich stand auf, machte mir Kaffee und dem Tier was zu essen. Dann ging ich duschen, wir packten die letzten Sachen zusammen, frühstückten noch etwas und um kurz nach Sieben ging der Lebensabschnittsgefährte das Auto holen. Hastig packten wir die Sachen in den Kofferraum und fuhren los.
Das erste Stück fuhr der Herr Lebensabschnittsgefährte, der übrigens seit ein paar Tagen vor sich hin schwächelt: Männerschnupfen. Wir hatten schon lebensrettendes Zeug in der Apotheke geholt, aber blöderweise vergessen, Hustenbonbons zu kaufen. Das holte ich bei der ersten Pipipause nach und kaufte an der Raststätte die vermutlich teuersten “schweizer Kräuterzucker” ever.
Nach gut zwei Stunden wechselten wir die Plätze und ich fuhr weiter. Während der Lebensabschnittsgefährte noch ein paar Bugs an unserer Blog-Software fixte, hatte ich mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Der Himmel öffnete seine Schleusen. Es goss wie aus Eimern, das Wasser stand auf der Straße und der Qashqai verlor bisweilen die Bodenhaftung.
Aber irgendwann in Niedersachsen wurde das Wetter besser und das Fahren machte wieder Spaß. In Buchholz war die nächste Pause angesagt und wir aßen bei Mäcces zu Mittag. Anschließend fuhr der Herr Lebensabschnittsgefährte wieder weiter bis kurz hinter Hamburg, dann wechselten wir wieder. Auf dem letzten Stück gab es keine Autobahn mehr, sondern nur noch Landstraße. Wir tankten noch einmal in Hemme und dann waren wir auch endlich da.
Jetzt war Zeit und Gelegenheit, den Kofferraum aufzuräumen und alles so zu verstauen, wie es für den Trip eigentlich geplant war. Das heißt, alles konnte ich ja noch nicht verstauen, wir haben ja noch eine 48-stündige Schifffahrt vor uns und einen Koffer speziell für diesen Teil der Reise gepackt. Auf dem Schiff kommt man nämlich nicht an sein Auto. Da muss man schon vorher gut planen, was an welchem Tag benötigt wird.
Während ich aufräumte, ruhte sich der Lebensabschnittsgefährte auf unseren Campingstühlen aus und der Frosch nahm ein Bad in der Sonne.
Als ich damit fertig war, gingen wir endlich ans Meer, schließlich waren wir hier gerade an der Nordsee!
Allerdings war die Nordsee gerade nicht da, es war nämlich Ebbe. Und die ist hier im Wattenmeer bekanntlich besonders ausgeprägt. Macht aber nichts, dann bewunderten wir halt Kunst.
Wind hatten wir übrigens reichlich. Ich hatte meine Crocs an und als ich einen davon verlor, wehte der Wind den weg und ich lief auf Socken hinterher. Wir gingen eine Runde am nicht vorhandenen Wasser entlang und auf der anderen Seite vom abgebrannten Nordseehotel wieder zurück zum Campingplatz.
Zum Wind gehören meist auch spannende Lichtverhältnisse und Wolkenformationen. Eigentlich hätte ich mich hier noch stundenlang durchpusten lassen und dem Himmel zugucken können, aber dem Lebensabschnittsgefährten ging es nicht so gut und mir taten auch schon ein wenig die - leider sehr windempfindlichen - Ohren weh.
Zurück auf dem Campingplatz legten uns in unser Blechzelt, genossen Ruhe, Wind und Sonne und das Nichtstun.
Leider haben wir kein Personal dabei, unser Abendbrot mussten wir uns selbst zubereiten. Wir warfen den Gaskocher an, machten uns einen Tee und aßen unsere Brote. Viel Hunger hatten wir eh nicht, auf Reisen essen wir meistens nicht allzu üppig.
Danach waren wir eigentlich fertig mit diesem Tag. Ich verfasste im Aufenthaltsraum des Campingplatzes diesen Beitrag hier. Gleich gehen wir schlafen. Für morgen steht der zweite Teil der Kilometerfresserrei bis zum Nordzipfel Dänemarks auf dem Programm.











