Tag 22 • Vestmannaeyjar

Wie üblich kam gestern, als wir ins Bett gingen, die Sonne raus.

Und wir hatten Glück, auch heute Morgen war sie stellenweise noch da, auch wenn es erst nicht so aussah. Dafür konnte man bei der Anfahrt zur Fähre die Westmännerinseln schon sehen. Am Tag zuvor war alles so wolkenverhangen, dass wir nicht gesehen haben, dass sich da ein paar Felsen am Horizont auftürmen.

Die Inseln sind nur 10 km von der Südküste Islands entfernt, die Überfahrt dauert dementsprechend nur 35 Minuten. Unsere Fähre ging um 09:45 Uhr und eine halbe Stunde vorher sollten wir da sein. Ich fuhr das Auto aufs Schiff, der Herr Lebensabschnittsgefährte musste zu Fuß gehen. Dafür haben wir nun ein Bild von unserem Auto beim Boarding.

Viel war hier unten übrigens nicht los.

Während der Überfahrt tranken wir Kaffee und gönnten uns ein Puddingteilchen. Dann musste ich zurück zum Auto und der Herr Lebensabschnittsgefährte das Schiff zu Fuß verlassen. Auf der Insel angekommen, suchten wir als erstes den Campingplatz und richteten unser Auto für die Nacht her. Ein paar Sortierarbeiten waren auch zu erledigen und diverses Badzeug musste aufgefüllt werden.

Der Campingplatz liegt total schön umringt von Bergen und was die Ausstattung angeht, ist er wohl der bisher schönste Campingplatz hier in Island.

Unsere erste Amtshandlung nach dem Einchecken und “Blechzelt aufbauen” bestand in der Besteigung des Berges hinterm Campingplatz.

Oben angekommen pfiff ich zwar aus dem letzten Loch und machte mir ernsthaft Sorgen, wie ich da halbwegs heil wieder runterkommen sollte, aber hey, ich hatte es geschafft. Nächstes Ziel: Mount Everest! ;)

Wir setzten uns ins Gras und aßen unsere Brotzeit, die wir auf den Berg geschleppt hatten. Die Aussicht beim Essen war traumhaft.

Kurz danach gingen wir wieder runter. Zwar gab es da oben noch mehr Wege, aber überall waren Hürden zu überwinden, die in mir die Höhenangst aufstiegen ließen. Das ließ ich lieber sein. Wir machten uns an den Abstieg, der besser ging, als ich erwartet hatte, und gingen dann an der Küste entlang spazieren.

Irgendwann hatten wir keine Lust mehr und gingen zurück zum Campingplatz. Immerhin bin ich heute mindestens drei Stunden in der freien Natur rumgelaufen, was so gar nicht meinem Naturell entspricht.

Auf dem Rückweg trafen wir auf eine Straßensperre und schauten uns noch den Grund dafür an. Es fand ein Fußballspiel statt und das Fußballfeld ist direkt an der Straße gelegen. Und für den Fall, dass ein Ball ins Aus und auf die Straße geschossen wird, wird vorsichtshalber abgesperrt.

Auf dem Campinplatz gab’s erstmal heiße Schokolade und Nutellabrote, Wäsche waschen und Bilder gucken, Blog schreiben und Abendessen. So viel frische Luft macht Stadtmenschen müde.

Author

dark*

Immer gerne auf Tour, am liebsten im Norden

1. Juli 2018